Henstedt-Ulzburg/Götzberg
(zb) - Der Ortsteil Götzberg ist in
erster Linie bekannt durch seine
von weitem sichtbare Windmühle.
Viele Bürgerinnen und Bürger
werden auch wissen, dass sich
dort noch die DRK-Möbelkammer
befindet. Einigen wird vielleicht
auch aufgefallen sein, dass
ab und zu gegenüber der Möbelkammer
ein mit Fahnen dekoriertes
Hinweisschild den Blick der
Vorbeifahrenden auf sich zieht.
Da lockt ein Trödelhöker zum
Anhalten und lädt zum Besuch
seiner Scheune.
„Vor rund sieben Jahren verfiel
mein Mann Holger dem
Flohmarkt und all seinem Nippes,
Porzellan, Kleinmöbeln, Gläsern,
Bildern, Werkzeugen und all den
anderen Schätzen“, verrät Ingrid
Wacker über ihren Ehemann.
Zunächst wurde alles im
Keller gesammelt und gestapelt.
Schon bald ging Holger Wacker
auf die Suche nach einem Lager
und wurde im Bauernhof der
Familie Schümann auf dem
Götzberg fündig. Vor zwei Jahren
wurde das „Flohmarkt-Sammeln“
für Holger Wacker zur Berufung.
Er eröffnete den „Trödelhöker
Wacker“ - „Dies und Das von
gestern und vorgestern: Liebenswertes, Nützliches, Sammlerfundgrube“
so lautet die nähere
Erklärung der Wackers, die alle
Besucher auffordern, doch nach
Herzenslust im Trödel der vergangenen Jahrhunderte zu stöbern.
Die Wackers wollen Menschen die Entscheidung erleichtern, |
sich von eigentlich nicht
mehr gebrauchten, aber dennoch
schönen Dingen zu trennen und
sie davor bewahren, Altes in den
Müll zu werfen. Sie betonen allerdings, dass sie damit keinen
Sperrmüll meinen.
Auf 300 Quadratmetern beherbergen
sie immer mehr Gegenstände
von Hausrat über Kleinmöbel,
Spielzeug, Lampen, Gläsern
und Porzellan oder Kochgeschirr
bis zu Nippes und Kuriosem.
Auch ein Paar Ski ist im
Angebot, eine gut erhaltene Artdeco-
Frisierkommode oder eine
bäuerliche Leinenunterhose aus
der Zeit um 1850. Ein kleiner
Raum überrascht mit 100 Jahre
Musikgeschichte von Schellack
bis Venyl, auch eine Musiktruhe
der 50er Jahre ist dabei. Im
Medienbereich findet der Sammler
eine Blockflöte oder gar eine
Heimorgel. Die Bücher werden
mittlerweile nur noch in Kubilmetern
gemessen. Für Sammler gibt
es eine Ecke mit „Bildchen“, Pins
und Telefonkarten und mehr.
Während Holger Wacker, der auf
Hardrock steht, sich jedes Mal
neu über die Schallplattensammlung
freuen kann, schwärmt Ehefrau
Ingrid für Porzellan in allen
Variationen. Auf noch freien
Wandflächen bietet das Ehepaar
zudem der Wakendorfer Künstlerin
Martina Vogt Ausstellungsfläche
für ihre künstlerischen
Kreationen in Acryl.
Zum Stöbern und Kaufen kämen
Menschen aus allen sozialen |
Schichten.
Die einen suchen
etwas Günstiges für ihren Haushalt,
die anderen Liebhaberstücke,
so Ingrid Wacker.
Durch Zufall Vorbeifahrende
schauten einmal herein und
kämen immer mal wieder, denn
der Fundus des Trödelhökers
birgt immer wieder neue Schätze.
Zu den Kunden zählten auch
einige „Fernsehleute“ unter
anderem „Tatortkommissare“,
die entdeckten den Trödelhöker,
weil sie bei ihm die richtigen
Stücke für die Requisite fanden
und nebenbei wurde auch die
private Sammelleidenschaft
bedient.
Nette Geschichten erleben die
Wackers rund um die alten
Dinge. So brachte ihnen eine
Frau einen alten Jute-Rucksack,
in dem deren Mutter während der
Flucht aus dem Osten all ihr Hab
und Gut verstaute. Kurze Zeit
später besuchte eine andere
Frau den Trödelhöker, die regelmäßig auf ihrer
Fahrt in den
Osten dort vorbeikommt. Sie
schaut immer mal nach, ob es
etwas Passendes für ihr ostpreußisches Museum gibt, dass
sie dort aufbaut. Sofort stach ihr
der Rucksack ins Auge. Heute
hat er einen Platz in ihrem Museum.
Der „Trödelhöker“ an der Götzberger Straße
94 hat donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet,
am Samstag wird die Ladentür schon um 10
Uhr aufgemacht und um 18 Uhr
gechlossen. Im Internet kann
man sich auf der Homepage
„www. troedelhoeker.de“ ein
erstes Bild über das Sammelsurium
am Götzberg verschaffen. |